Klima

Die Meteorologen bescheinigen dem Münstertal ein eigenes Klima. Die geografische Lage auf der Südabdachung der Alpen und die Öffnung des Tales ins Südtirol machen das Klima auffallend mild.

Typisch ist die im Vergleich zu anderen Bündner Tälern grosse Luftruhe (Calmen). Weil die nahen Gebirgszüge die Winde abhalten, liegt das Val Müstair im Regenschatten.

Der Feriengast profitiert im Sommer von der grossen Wettersicherheit, im Herbst von der sonnigen Exposition, im Winter von den stabilen Schneeverhältnissen.


Einmalige Flora und reiche Tierwelt

Die besonders günstige klimatische Lage macht das Tal zu einem Erlebnis auch für Pflanzenfreunde. Im Bergfrühling ist auf den Matten und Bergweiden eine atemberaubende Blütenpracht zu sehen. Eine verschwenderische Fülle von alpinen, darunter zahlreiche gefährdete und andernorts ausgestorbenen Pflanzenarten ist hier in voller Pracht zu geniessen.

Nach der Schneeschmelze sind die Matten übersät mit Frühlingskrokussen, an den Feuchtstandorten blühen die ersten Sumpfdotterblumen und leuchtend blaue Enziane blinken aus dem Gras. Im Juli steht das ganze Tal- und Alpgebiet in voller Blüte: Alpenrosen, Edelweiss, Wollgras, Feuer-Lilie, Kohlröschen, blühender Hauswurz und unzählige andere Blumen. Die hoch liegende Waldgrenze bei 2300 m.ü.M. zeigt ebenfalls, dass sich Pflanzen in diesem Tal besonders wohl fühlen.

Der Wanderer und Spaziergänger wird immer wieder auf Tiere treffen. Durch die Nähe zum Nationalpark sind vor allem Hirsche sehr häufig vertreten. Aber auch Rehe, Gemse, Steinböcke, Murmeltiere, seltene Insekten und Schmetterlinge sind zu entdecken. Die Pflanzen- und Tierwelt gilt als mindestens so reichhaltig wie im benachbarten Schweizer Nationalpark.


Wechselvolle Geschichte

Prähistorische Funde (aus der Zeit zwischen 1200–500 v.Ch.) beweisen, dass das Tal bereits in der Urzeit besiedelt oder als Jagdgebiet begangen war. Die Klosteranlage St. Johann in Müstair soll Ende des 8. Jahrhunderts von Karl dem Grossen gegründet worden sein. Sie zählt zu den bedeutendsten Schätzen der karolingischen und romanischen Baukunst.

Die Auseinandersetzungen wegen der Hoheitsrechte über das Münstertal führten zu mannigfaltigen Streitigkeiten. Als Beispiel sei der mehrmalige Versuch Kaiser Maximilians genannt, das Münstertal zu erobern. Im Mai 1499 erfolgte der Anlauf aus dem Vinschgau. Die Streitmacht der drei Bünde unter Benedikt Fontana vermochte die kaiserlichen Truppen in der bekannten Schlacht an der Calven zu schlagen. Mit den Bündnerwirren begann für das Münstertal erneut eine Zeit unvergleichlicher Not. So besetzten 1620 österreichische Truppen das Tal. Es wurde bald darauf durch das Eingreifen Frankreichs geräumt, später aber wieder besetzt.

1630 wurde mindestens die Hälfte der Talbevölkerung durch die Beulenpest dahingerafft. 1728 wurde das Münstertal durch den Churer Bischof an Österreich verkauft. Erst unter Kaiserin Maria Theresia gelang es den Münstertalern im Jahre 1762, sich durch eine Geldsammelaktion unter der sonst schon verarmten Einwohnerschaft wieder freizukaufen. 1798/99 bekämpften sich wieder französische und österreichische Truppen im Münstertal.

Schwere Brandfälle, Naturkatastrophen und wirtschaftliche Notzeiten plagten die Bevölkerung in den folgenden Jahrzehnten bis der Bau der Ofenpass- und der Umbrailstrasse endlich eine bedächtige Entwicklung ermöglichte.


Interessante Geologie

Im Münstertal ist die zur Hauptsache dolomitische Sedimentüberdeckung erhalten, welche die markanten, hellgrauen und zerklüfteten Gebirgsmassive des Piz d‘Aint, Munt La Bescha und Piz Umbrail bilden.

Im östlich angrenzenden südtirolischen Vinschgau bestehen die Bergketten aus kristallinem Sockelgestein.

Als Wanderer im 50 Quadratkilometer grossen Alpgebiet «Val Mora» und «Jufplaun» kann man ein einmaliges Kuriosum erleben: das Gebiet wird in drei verschiedene Himmelsrichtungen entwässert: ins Vinschgau, dann nach Süden dem Veltlin zu und schliesslich nach Norden in Richtung Spöl und Inn.

Der berühmte Bergsee «Lai da Rims» ist ein so genannter Dolinensee. Angesichts seines Durchmessers von 450 Metern handelt es sich um eine naturgeografische Seltenheit. Bemerkenswert ist die ausgeprägte Terrassenlage des Seebeckens auf knapp 2499 m Höhe.

Winterlandschaft

Blütenzauber


Wild im Nationalpark

Alpine Blumen

Bergblumen

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